Allzuviel zu berichten gibt es nicht mehr – Ziel dieses Reiseberichts ist ja – die Beschreibung der Erfahrung Russlands im wörtlichen Sinne und weil wir heute nix mehr zu fahren hatten, gibt’s auch nur wenige Erkenntnisse. Z.B. dass man auch mit einem MG Midget von London durch die Mongolei bis nach Ulan Ude fahren kann – allerdings nur unter sehr grossen Opfern und mit einem Wagen ankommend, den man nicht nur als schwer überholungsbedürftig bezeichnen muss, sondern bei welchem grad noch ein Frontscheinwerfer funktioniert und der Bremsdruck nur mit pumpen erhalten werden kann – da wird’s dann irgendwann auch etwas gefährlich. Aber geschuftet hat dieses Team schwer – gestern beim Eintreffen im Churchill sahen die zwei aus wie Scheintote, welche man durch den Strassenstaub gezogen hatte – 10.5 Stunden an der Grenze und jeweils alle paar Dutzend Kilometer eine Panne beheben – Respekt – dass sie es trotzdem geschafft hatten und nun natürlich das Star-Fotosujet bei den Passanten waren.
Nach dem Autoräumen gab’s noch etwas Sightseeing und dann Flugbucherei, Kartenschreiben etc.
Immerhin haben wir noch die transsibirische Eisenbahn gesehen – jedenfalls ein paar davon – wobei man in der Bahnhofhalle klar erkennt, dass der Zug wohl nicht mehr das Hauptreisemittel ist – zu beschwerlich und langsam ist die Reise – ergo gibt’s nur noch ein paar wenige Passagierzüge, der Rest nimmt wohl den Flieger.
Auch die typisch russische Kirche durfte nicht fehlen und daneben hat man wohl irgendwann mal mit mehrstöckigen Zügen gerechnet, oder einem Bahnhof auf 3 Ebenen oder ???
Und obwohl wir nicht fahren, darf die Rubrik Baustelle des Tages nicht fehlen – unglaublich unter welch miesen Bedingungen diese russischen Strassenbauer Schlaglöcher flicken müssen und wenn’s eng wird, kommt’s auch mal vor, dass ein LKW über eine frisch geteerte Stelle fährt und dann mit seinem Reifenprofil auch gleich markiert, dass er die bessere Strassenwalze ist, als dieses Rüttelplattenspielzeug. Frisch geteert und gleich wieder ausgefahren…
Lustig war auch, dass den ganzen Tag mit grossem Gehupe und sogar mit integrierter Seifeblasenmaschine unter dem gestrengen Blick von Genosse Lenin geheiratet wurde – und das zog sich dann so lange hin, dass wir bei der Heimkehr ins Hotel auch gleich noch einigen euphorisierten Hochzeitsteilnehmern Auskunft geben mussten.
