20.07.2015: Koeln – Prag

Nachdem der Vortag ja ein klasssischer Multiple-Länderreisetag und damit besonders anstrengend “hello – pommes frites – na bitte” war – ging es in Koeln trotzdem sofort weiter – so sofort, dass wir eine Ehrenrunde drehten, um dort den von Colonel John Smith generalstabsmässig geplanten Rallyordner auch noch mitzuholen – Mad Murdoch hatte den Ordner als schnöde Ibis-Info qualifiziert und dagelassen. Und das mit dem nochmals holen war dann gar nicht so einfach – denn wir hatten ja schon ausgecheckt und – deutsche Gründlichkeit vor – da kann man ja nicht einfach nochmals ins Zimmer, dazu muss erst wieder eingecheckt werden, was immerhin gratis möglich war.

Danach wurde dann der ATU angelaufen und wir rüsteten uns mit einigen nicht unwichtigen Utensilien aus – so z.B. einem Graffittspray, damit wir endlich auch die Felgen auf A-Team trimmen konnten (immer wieder erstaunlich wieviele Fuss- oder Felgenfetischisten es geben muss – denn während es für die Rädli ja einige hundert Felgenvarianten gibt, so haben die Zylinderdeckelfetischisten schon weniger Spielraum – egal). Jedenfalls mussten wir hier zum ATU = Auto Teile Ungerer, weil’s den in Polen nicht mehr gibt – dem Klischee entsprechend würden wir jetzt ventilieren, dass die das nicht brauchen, weil sie halt grad ganze Autos importieren).

 

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Nachdem wir die Hälfte der notwendigsten Utensilien hatten brachen wir auf – man kann Dinge immer noch später besorgen – das einzige was ärgerlich war, war dass der ATU-Elektriker – da gibt es also genau einen – in den Ferien war und der hatte auch noch den Schlüssel für alle Elektrikwerkzeuge mitgenommen und so konnte ATU uns leider unser Autoradio nicht montieren und ergo bestand unser Soundangebot immer noch aus 2 CDs der Zlang Zluts und gestörtem Radioempfang…

Wir schafften es dann auch noch uns so zu verfranzen, dass wir gleich mal fast zuhause vorbeischauten

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– kamen danach aber mit Höchstgeschwindigkeit wieder auf die richtige Spur und liefen perfekt so um die Viere für ein spätes Mittagessen im Cafe Stilbruch in Jena ein. War ein Geheimtipp – das sagen wir jetzt also nicht weiter – und das Essen war auch sehr lecker. Ebenfalls der Stimmung zuträglich war, dass der Laden tatsächlich über kein Wlan verfügte und wir so nicht der Tamagochi-Gerätefalle verfielen.

Die Höchstgeschwindigkeit ist gut – der Durst unseres kleinen Renners dann aber auch nicht von schlechten Eltern – immerhin haben wir den Tank recht gut im Griff und auch ohne Warnleuchte schaffen wir es ihn so bis auf ca 1lliter leerzufahren. Auf 14’000 Km ist das nicht zu unterschätzen – wer später tankt ist länger schnell!

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und so glitten wr dahin, stellten fest, dass es auch in Deutschland Pipi-Langstrumpf-Türmer gibt – allerdings nicht ganz so schön gestreiffelt wie die bei Savona in Italien.

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Entspannt liefen wir dann in Prag im Hotel Vitkov ein, wo unsere Booking.com Buchung nicht bloss bestätigt wurde, sondern aus dem Standard-Zimmer mit 2 separaten Betten haben die dann einfach die Honeymoon-Turmsuite herausgelesen und uns so zuoberst einquartiert. War jetzt eher etwas übertrieben, 2 Balkone, Badezimmer mit Whirlpool und Separee mit Sofa – dabei wollten wir ja nur möglichst schnell an die Czech Out Party.

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Also aufgehübscht – schliesslich war Dresscode Black Tie ausgerufen –

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den Terios geschnappt und zu einem stillgelegten Güterbahnhof gecruist, wo wir mit lackierten Felgen nun natürlich richtig Eindruck machten!

Die Party war dann nach der eher verhaltenen Startparty schon deutlich lebendiger, viele Teams aus Europa sind auch gar nicht erst nach London gereist, andererseits fehlten eigentlich alle der hypercoolen Wagen wie z.B. der AC/DC Käfer oder der Suzuki Jeep on Steroids – wenn man sieht wie lange wir mit unserem doch relativ langstreckentauglichen Fahrzeug hatten, irgendwie nicht erstaunlich.

Auch sonst waren nicht nur viele Teilnehmer, sondern auch die Organisatoren schon schwer gezeichnet – Matt, der Cheforganisator des Rickshaw Runs hatte offensichtlich einen Pre-Jet-Lag, weil er dort demnächst wieder eine Horde naiver Europälinge auf die harte Reise quer durch Indien schicken muss und da versteht man schon, wenn man sich etwas Mut antrinken muss. Neben der coolen Location, guter Musik gab’s auch noch solides tschechisches Bier und Essen in Rolls – effizient Britisch halt, aber immerhin Essen.

Sodann waren auch die Pandabären da und auch noch ein welsches Team und sonst einige Schweizer und so haben wir uns ganz nett und intensiv unterhalten, den übrigen Teams die Kultur des Schnupfens (was übrigens erstaunlicherweise von den Welschen angezogen wurde) beigebracht und den Abend dann mit den Pandas bei einer Zigarre ausklingen lassen. Wie sagt man so schön – ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert – und sei es nur einem altgedienten Anzug seine letzte Ehre zu erweisen – Black Tie off – jetzt beginnt das Abenteuer.

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