Weil sowohl die Party als auch der Regen sehr gesittet abliefen, wurde es eine einigermassen angenehme Nacht – lang ausschlafen war trotzdem nicht drin, so gemütlich war’s nun auch nicht und der Motorenlärm der Frühstarter weckte auch den hartnäckigsten Langsschläfer in spe. Also raus aus dem Zelt, unsere Black Beauty bewundert und dann mal das Zmorgebuffet gesucht.
auf dem Weg dahin konnten wir feststellen dass in der Nacht wohl nochmals so einige Teilnehmer eingetroffen waren, einige kamen auch von weiter her und waren mit dem Space Shuttle da (die hatten sich vermutlich am Tag zuvor wegen der roten Lichter in der französischen Pampa verlandet und deswegen die Party verpasst – aber immerhin waren sie jetzt am Start)
andere waren auch von weit weg da – wir mutmassen mal, dass sie die Karre allerdings nicht von da mitgebracht haben.
Kurzum – ein buntes Völkchen traf sich und wollte Zmorge essen.
Das war dann eine klassisch britische Effizienzlösung – denn wenn es weder Platz für ein Buffet hat und ohnehin das Budget beschränkt ist, dann kann ja der Hamburgerstand vom Vortag einfach weitergrillen – statt Hamburger dann halt Frühstücksspeck oder Frühstückssausages – das ganze in ein Hamburgerbrötchen geknallt et voila / and here comes your finest British breakfast – vollmundig beworben als “Epic Breakfast Rolls” wobei man als nicht-Brite nur versteht, dass Rolls ohne Royce eher nciht de Luxe ist.
Aber egal – wir machten uns dann auf an den Start – und dort war alles versammelt, was irgendwie Räder und einen Motor hatte. Das Starterfeld war so gross, dass dreimal die ganze Start-Ziellinie mit den Teilnehmerautos gefüllt wurde – und zwar Stosstange an Stossstange.
Aber soweit waren wir noch nicht – vorher grasten wir noch den Paddock ab, tranken Tee,
und sahen uns die Showeinlagen der übrigen Adventurist-Tours an (so war z.B. ein Ross vom Mongol Derby am Start – ebenso wie zwei Ural-Seitenwagengespanne und eine Rickshaw).
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Eindeutig am spektakulärsten war der Reliant Robin, welcher im Bus da war – der ist ja ohnehin nur ein 3/4 Auto, weil im ein Rad fehlt, aber wie demonstriert wurde, müsste der eigentlich in der Töffkategorie starten:
Nach einer bewegenden, formellen Ansprache des Gründers der Mongol Rally, welcher selbige als Student-Bieridee vor ca. 12 Jahren ins Leben gerufen hat und einigen Interviews, wobei auch the Face zu Wort kam – leider nur verbal und nicht visuell – denn seine Stärken sind Charaktergemäss schon in der bildlich expressiven Ausdrucksweise – allerdings muss man fairerweise festhalten, dass the Face immerhin einige fliessende Worte in gepflegtesten Züri-Oxford-Englisch ins Mikro flötete, wohingegen unsere Pandabärchen ihrem Klischee vorbildlich gerecht wurden und den Einsatz verschliefen… egal – der Start rückte näher und wir bekämpften die Nervosität mit einem weiteren Kaffee und einem Rundgang durch den Paddock.
da wurden Gartenzwerge betankt ![]()
Autos ausgelobt (bitte beachtet wie schön Juristendeutsch sein kann)
und andere liessen einfach die Fahnen wehen – so quasi nochmals richtig vor dem Untergang… ![]()
Unsere Schweizer Panda-Kollegen nervöselten weiter – obwohl in Gruppe 3 startend sassen alle drei, fertig parat, angegurtet, wir nehmen an mit Nastüchern auf Mann und selbstverständlich die Notdurft bereits verrichtet im Auto und warteten. Ebenso wie der britische Bodenleger den wir an der Party am Vorabend getroffen hatten – war wohl besser, den Hangover im Auto, als in der Sonne zu kurieren…
Und dann ging es wirkllich los – einige machten bereits Fotos von der Zielankunft in der Mongolei – hätten wir auch tun sollen, dann hätten wir eigentlich auch ins Baderessort am schwarzen Meer abbiegen und uns die Fahrerei ersparen können. Andere wiederum nahmen das Baderessort zur Sicherheit auf dem Dach gleich selbst mit.
Irgendwann waren dann auch wir parat, unserem Thema verpflichtet die Zigarre angesteckt und den Abschiedsgruss aus britischen Lüften geniessend. Das Radio war bestens mit der CD der Zlang Zluts bestückt – Anspieltipp – “driving mad” – a) hatten wir ja nur 2 CDs und zwar beide von den Zlang Zluts und b) hat ja damals vor langer Zeit genau diese Combo gerockt, als damals Jimbo und Dr. Daktari den royalen Entschluss fällten, mal wieder eine Reise zu konkretisieren – aber dazu vorher/später mehr.
Die Lap of Honor war ein Fest – ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert, was man nicht von allen Teilnehmern sagen konnte – das Space Shuttle verlor schon nach drei Kurven seine Flügel und die schwedische Opel Gang realisierte noch in der ersten Runde einen kapitalen Motorschaden. Wir rollten dann entspannt mit wieder funktionierendem Navi Richtung Fähre – alles gut – bis wir von einem epischen Stau gestoppt wurden – diverse Autos hatten sich aus übelste verkeilt, so dass die Autobahn für fast eine Stunde nahezu komplett gesperrt wurde. Dank umsichtiger Planung haben wir’s aber dennoch auf die Fähre geschafft – todays Special – das T-Bone Steak vom Vortag.
Vor der Fähre einige Rally-Autos, aber der Groove war noch nicht so richtig da – alle waren nervös, was einem bei den aus den Luftschnorcheln abgeleiteten Plänen ja auch nicht erstaunen konnte – dieses Zeam z.B. mit Lara Croft am Steuer – plante offensichtlich statt der Fähre über das schwarze Meer die Route untendurch zu nehmen, wobei man argwöhnen mag, dass Luft nicht das einzige ist, was ein Motoren zum Zerknallstäubvorwärtstreiben bedürfen- auch Elektrizität soll da im Spiel sein und wie die das Wasser verträgt ist ja eigentlich bekannt…
Auf der andern Seite des Kanals rollte es dann mittelprächtig voran – wir beschlossen, das Navi zu testen und bei jeder grösseren Stadt erst mal die falsche Route zu wählen. Danach kam auch noch Stau hinzu und so wurde flugs umgeplant und der Rally Stopp in Brüssel sausen gelassen – angesichts der Verkehrslage war damit zu rechnen, dass die meisten Kollegen ohnehin erst weit nach Mitternacht eintreffen würden und so sausten wir gleich weiter nach Köln, Ibis, denn dort gibt’s anders als bei B&B auch später am Abend noch ein gepflegtes Bier – pardon- Kölsch – ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert, denn so ein Kölsch wollte ich schon immer mal probieren.
