18.07.2015: Chalons en Champagne – Chichester

Trotz Champagne gab’s bekanntlich kein Champagner-Zmorge, war aber auch besser so – wir mussten ja eh fahren. Gar nicht so einfach wie sich herausstellte – gegen den Wind ist unser Terios etwas hartnäckig und Wind hat es in dieser Region offensichtlich genug. Das war übrigens auch das Rätsel: All die Blinklichter in der Nacht – Disco nicht in Moskau sondern en France – waren nämlich perfekt synchronisierte Warnblinker dieser Windräder, wobei mir unklar ist, ob die jetzt starten wollten, weil sie anderswo übernachten, oder wen sie warnen sollten – denn Autofahrer müssen sich ja echt Mühe geben und ein amtliches Gefährt haben um in so einen Turm reindonnern zu können. Und für Flugzeuge sind diese roten Lichter ja eher anziehend als abstossend – aber wir wollen nicht grübeln.

Chalons_Chi001 Chalons_Chi002

Motor on und schon bald tauchte Calais auf. Also das was man von Calais sieht, wenn man als privilegierter Westeuropäer dort die Fähre ins Mittelalter bordet. Zeugen einer Völkerwanderung die vor keinen Distanzen mehr halt macht und die uns wohl schon noch beschäftigen wird – und zwar nicht bloss die Zäunebauer und Gendarmen!

Chalons_Chi006 Chalons_Chi004

Chalons_Chi007  Uns haben sie durchgelassen und so konnten wir dann wie geplant die vorgebuchten Fährtickets abholen.

Chalons_Chi012  Allerdings gab es Probleme mit der Fähre – ca. 2h Wartezeit wurden angedroht und das A-Team schritt zur Tat:

Chalons_Chi015 Chalons_Chi017

Und schon bald wurde aus unserem biederen Terios ein böser A-Team GMC Vandura! Also noch nicht ganz, aber die Anfänge sind vielversprechend

Chalons_Chi020 irgendwann war dann auch die Fähre bereit Chalons_Chi024

und es konnte losgehen. Weil nicht bloss die Bemalung von Fahrzeugen während der Überfahrt sondern ganz generell jeglicher Aufenthalt auf dem Fahrzeugdeck während der Überfahrt verboten ist, mussten wir halt notgedrungen im Restaurant Platz nehmen und uns bei einem T-Bone Steak (todays Special) vom Frühstück erholen. Bald schon waren die weissen Kalkfelsen in Sicht und wir tauchten ins Mittelalter ein.

Chalons_Chi032Chalons_Chi035Chalons_Chi037

Bitte liebe Britten nehmt uns das nicht krumm, aber auf eurer Insel ist’s zumindest Fassadentechnisch nun wirklich bloss unwesentlich moderner als bei Asterix und Obelix in ihrem kleinen gallischen Dorf.

Chalons_Chi039hier noch ein Bank – vu  / isn’t it? Chalons_Chi041

Und die Beschilderung orientiert sich eigentlich auch daran, dass alle falsch rum fahren und niemand nirgendwo ankommen will. Denn während auf der ganzen Welt generell immer die wichtigeren fernen Ziele bekannt gegeben werden, sind hier eigentlich primär die nächsten Pubs und Inns und so ausgeschildert – wenn’s hoch kommt gibt’s ev mal einen Hinweis auf das nächste Dorf. Und auch die auf google Maps per digitale Bestechung eingepixelte Autobahn ist bloss die schnellere Strasse von Dorf zu Dorf… Aber – das ist gar nicht so schlecht – wir haben uns heftigst verfranzt ä verbrittet und hatten so eine unglaublich romantisch-schöne Fahrt quer durch die britische Pampa.

Bis wir dann in Chichester auf dem Goodwood Motor Circuit eintrafen und schon einige Gleichgesinnte vorfanden:

Chalons_Chi044 einige sogar mit nichtrostenden SubarusChalons_Chi046

Die meisten Rallyteilnehmer waren äusserst professionell, auch adäquat gekleidet und so gaben wir unser bestes und machten gleich mit dem A-Team Bus Pimping weiter

Chalons_Chi047  Chalons_Chi070

wobei wir allerdings von den äusserst sympathischen Spaniern sofort wieder davon abgehalten wurden, denn nun sei Apero-Time. und Apero in Spanien ist eine seriöse Sache. Und unsere Spanier nahmen das so ernst dass sie gar niemandem vertrauten und ganze Beinschinken und Wagenladungen von Manchego Käse, zusammen mit Fluten von spanischem Wein anschleppten – entweder waren das die Vorräte für die ganze Reise, oder dann wollten sie die gesamte Rally verköstigen. Wirklich sehr symphatisch.

 

Chalons_Chi071[4]

Chalons_Chi072    Chalons_Chi075

Und während die einem Wagenladungen an Speis und Trank anschleppten, kamen die anderen im Bus.

Chalons_Chi050

Allerdings nicht in einem normalen Bus, sondern in einem eigentlichen Mutterschiff – denn innen im Bus war das eigentlich Rallyfahrzeug – einer der legendären Reliant Robins…

Chalons_Chi049  Chalons_Chi051

Irgendwann war dann auch unsere Karre fertig dekoriert

Chalons_Chi079  und wir gewannen schon unseren ersten Preis, wenn wir das richtig verstanden haben

Chalons_Chi080

und wir machten uns daran, die Konkurrenz zu besichtigen. Dazu kann man nur sagen, dass sich einige Teams wirklich viel Mühe gegeben haben, und dass die Fahrzeugprüfungen ausserhalb der Schweiz halt nicht ganz so eng gesehen werden… zuerst z.B. ein aus Kalifornien importierter VW Käfer

Chalons_Chi058  Chalons_Chi059 Chalons_Chi061

Aber auch die filigranen Details beindrucken immer wieder, wobei man (also Mann) schon sagen muss, grösser ist besser!

Chalons_Chi052

Chalons_Chi055  Chalons_Chi056

Bei anderen Teilnehmern haben wohl eher die Kinder das Design übernommen – sowohl Tick Trick und Track als auch der kleine Drache Grisu sind am Start – fehlt nur noch der tapfere Feuerwehrmann Sämi und Kapitän Sharky!

Chalons_Chi057  Chalons_Chi067

Und zum Abschluss trafen wir dann auch noch die happy Pandas oder so ähnlich, welche ja aus derselben Heimat sind – zumindest zu 50% – The Face legt ja bekanntlich Wert auf seine Zugehörigkeit zur schweizerischen Wirtschafts-, Banken-, Style-, Hippfaktor-, Party-, etc Metropole (weshalb wir nun ja auch mit diesem unglaublich sympathischen Nummernschild durch die Welt cruisen müssen…)

 

Chalons_Chi077

Damit waren nun wirklich auch die allerletzten Vorbereitungen für die Party abgeschlossen und die Sause konnte starten. Tat sie dann allerdings nur sehr begrenzt, weil alle etwas nervös waren, es zu regnen begann, nicht alle Teams das mit dem Pfund (wir verkneifen uns jetzt einen weiteren Hinweis auf das Mittelalter, auch wenn eine Währung die noch an einer Gewichtseinheit angehängt ist schon eher auf vor-viktorianische Zeiten zurückverweist – wobei man andererseits fairerweise festhalten muss, dass die unglaublich moderne europäische Einheitswährung momentan ja auch nicht brilliert – ev wäre die Europäer da mit einem Gewichtsmass als Geld tatsächlich besser bedient…) begriffen hatten und dann auch finanziell klamm waren… Anyways – es war begrenzt lustig – auch die Gags der Briten und so hauten wir uns auf’s Ohr und lauschten dem Regen. Auch das – ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert – Camping in Great Britain und es regnet tatsächlich.

Schreibe einen Kommentar