Nachdem wir uns in Khovd, der zweiten Siedlung in Westmongolien versorgt hatten, machten wir uns auf den Weg in die schöne mongolische Landschaft, die zu schön für den Begriff Wüste ist, aber dennoch ähnlich unbesiedelt und kommunikationstechnisch unterversorgt.
Nach der anfänglichen Besiedlung durch Nomaden in Jurten sahen wir buchstäblich keinen Menschen mehr. Der GMC Verdura Van für zwergwüchsige mit dem A-Team-Max-East, bestehend aus Hannibal und Murdock / Face / BA in Personalunion (der Schreibende) wurde hart auf Probe gestellt. Die fahrerischen Skills waren zunehmend gefragt. Als die Sonne langsam unterging, richteten wir unser Camp ein und versorgten uns mit Fondue, Zigarren und einem lokalen komplett übersüssten Cabernet Sauvignon aus dem Dorf vorhin, machten noch ein Feuerli mit dem bei einer Flussdurchquerung eingesammelten Brennholz sowie einer leeren Zigarrenschachtel.
Anlässlich des Natonalfeiertags reinigten wir ebenfalls sorgsam das Schweizer (Züri) Nummerschild sowie das Confederatio Helvetia. Auch das Mongol-Rallye-Logo musste gereinigt werden. Sozusagen eine rituelle 1.-August-Reinigung.
Als die Feierlichkeiten beendet waren, konnten Murdock / BA / Face den Colonel, Hannibal, gerade noch vom Halten einer Rede abhalten, worauf sich dieser murrend ins Gehölz verzog um sich von der Ziege tags zuvor zu erleichtern. Gehölz ist dabei wohl aber ein grosses Wort, denn in der Mongolei hat es kein Holz. Gebüsch war es auch keins, wohl eher überdimensionale Grasbüschel.
Zuvor erteilte er jedoch die Instruktion an uns drei, Murdock / BA / Face, das Feuer sorgsam zu löschen um einen Steppenbrand zu vermeiden – es ging ihm aber wohl eher um den GMC Vendura im Taschenformat und die Ausrüstung. Gewissenhaft machten wir uns an diese Aufgabe, nahmen zuerst einen Schluck Wasser aus der beim Auto stehenden 5-Liter Petflasche und schafften es trotz integriertem 6-Augenprizip dennoch, gleich darauf die daneben stehende 5-Liter Petflasche mit dem Benzinvorrat zum Löschen des Feuers zu verwenden. Was dann folgte, war ein veritables 1.-August-Feuer, zum Glück nur mit einem kleinen Steppenbrand. Nach dem ersten Flack haben sich Murdock, BA und Face so erschrocken, dass sie einen 5-Meter Satz nahmen und dabei in einem eleganten Schwenk 2.5 Liter des Benzins in der Steppe verteilten. Danach standen wir mit der aus dem Flaschenhals brennenden 5-Liter Petflasche Benzin in beiden Händen neben dem Mini-Steppenbrand. Als das Hirn dann wieder durchblutet war, schraubten wir dann einfach den Deckel darauf, was mal mindestens diesen Punkt erledigte.
Der Colonel kam mit grossen Augen und den Hosen an den Knien aus dem Gebüsch respektive Gras und konnte nicht glauben, was wir drei angestellt hatten. Wir murmelten was von Feuer mit Feuer bekämpfen und dass das kanadische Feuerwehrleute auch so machen würden. Wir versuchten, das Feuer mit der Schaufel beziehungsweise mit den Füssen zu löschen, aber die Benzindämpfe erwiesen sich als renitent. Deshalb warteten wir einfach, bis diese verbrannt waren und damit war die Sache erledigt. Zum Glück kein Steppenbrand. Wahrscheinlich haben sich ein paar Mongolen in Sichtdistanz ein wenig gefragt, was da vorne passiert ist – aber die sollen ja ein was von unseren 1.-August-Festivitäten haben. Nun wissen wir also, was passiert, wenn man das Feuer mit Benzin löschen will. Check.
Am nächsten morgen hatten sich die Mägen von BA, Murdock und Face beruhigt. So ein Fondue bringt alles wieder ins Lot und das A-Team fuhr fidel weiter nach Maximalosten. Die Natur war grandios, rundherum Berge, die allesamt Windows XP heissen …
… ab und zu eine Kamelherde …
… und Wellblechpisten, die uns wie eine Bildstörung aussehen liessen. Wir hatten nunmehr seit einigen Tagen bis auf wenige Ausnahmen nur auf Pisten verbracht, was langsam an den Nerven zehrte. Seit noch einem Tag mehr hatten wir auch keine Dusche mehr gesehen, was der mongolischen Wüste aber ziemlich egal war.
Nachdem wir wegen des Karmas einer mongolischen Familie im Van verucht haben zu helfen – ich weiss nicht, ob nur schon der Versuch fürs Karma gilt, richteten wir uns Abends nach einer erneuten ÜZES (über-10-Stunden-Etappe) wieder ein Camp in der monglischen Steppe ein wenig abseits der Strasse ein. Feuer gab es dieses mal keines. Für die akurate Beleuchtung sorgte der Vollmond.
Am nächsten Tag weiter im gleichen Text – die Pisten in ähnlichem Zustand. Abends gönnten wir uns in einem Hotel in einer Stadt namens Arvaikheer, die man eher vom Namen her eher in einem nazisozialistischen Norwegen vermuten würde, ein weiteres Fondue im stimmigen Hotelzimmer.
Als Murdock, BA und Face in der Nacht zum Auto runter mussten, um Wasser zu holen um den Fondue-Nachbrand zu löschen, wankten sie durch den langen Gang des halbzerfallenen Hotels und gingen nach draussen. Da pfiff der Wind um die Baracken der wüsten Wüstenstadt und streunende Hunde – oder Wölfe? – heulten und bellten. Stephen King lässt grüssen, nein das ist nicht der Bruder vom Burger. Zum Glück hatten wir drei uns drei. Vor allem war ja BA dabei.













