Nach dem netten Abend galt heute und nun dasselbe rückwärts – also kstukrI – aber lassen wir das – Irkutsk erscheint uns als typische russische Metropole mit den üblichen Features
inkl. auch potemkinscher Dörfer – wobei wir uns nicht einig waren, ob sich der Potemkin jetzt mehr auf das Dorf bezogen hat oder mehr auf die Scheinfassade der Konsumwelt – egal –
auf der Rückreise porträrtierten wir auch noch die Schwester des Zürcher Hafenkrans – sieht man aus der Perspektive nicht – war gestern abend aber sehr auffällig, wie gross viele russische Frauen sind – ihre männlichen Begleiter oft um einen halben Kopf bei Flachschuhen und um einen ganzen Kopf – mit Stilettos – also die Trägerin – nicht der Kopf – überragend.
und auch dem Baikalpanorama ist eine gewisse Schönheit nicht abzusprechen,
wobei allerdings der überall rumliegende Müll mittels richtiger Kameraeinstellung rausgefiltert werden sollte – das ist halt das Resultat wenn auf die mobilen Kehrichtverbrennungen verzichtet.
Irgendwer aus der Gegend muss eine Rakete gewesen sein – da gab es nämlich einige Denkmälern mit solchen Geschossen – hätte man googeln können – taten wir aber nicht – sind ja jetzt zum Vergnügen unterwegs – auch mal einen Abstecher wagend z.B. zu diesem durchaus noch aktiven Bahnhof, bei welchem zwei sichtlich angeheiterte Russen mitfahren wollten – Nachmittagsspaziergang nach Vodka-Genuss ist wohl doppelt anstrengend – jedenfalls hatten wir mal wieder einen Plan – nämlich Fondue kochen am Baikalsee – dazu fehlte aber noch das Brot – kriegten wir dann an einem Strassenimbiss, weil uns “Chlieb” noch vom Zmorgebüffet in Erinnerung war.
Und der Plan klappte hervorragend.
Danach tuckerten wir weiter, vorbei an mächtig qualmenden Waldbränden – unglaublich – gestern auf derselben Strecke war noch alles ok – jetzt wohl nach der Samstagabendparty oder dem Sonntagsbrunch stand plötzlich die halbe Steppe in Flammen und mächtige Rauchwolken verdunkelten die Sonne und uns wohl auch die klare Erkenntnis, denn
etwas später fuhren wir – einmal mehr – an einem Autostopper wegen eines offensichtlich pannierten (das hat mit Cordon Bleu also nix zu tun) Autos vorbei. Hannibal wollte mal noch jemandem helfen und ihn mitnehmen, doch B.A. Barracus befand, dass wir schon in der Mongolei zweimal geholfen hätten und nun nichts mehr für unser Kharma tun müssten – eine schwerwiegende Fehlentscheidung aber wir waren ohnehin schon vorbei und die Verständigung wäre mit Sicherheit schwierig gewesen. Jedenfalls cruisten wir entspannt mit 80 Kmh dahin – noch ca 120 Km lagen vor uns, danach die Szene im Churchill checken, das übliche halt, doch plötzlich knallte es und unser treuer Terios Vandura wurde nach vorne katapultiert – unglaublich – obwohl Hannibal den rückwärtigen “*ç%*ç*&*”*ç% immer mal wieder im Spiegel beobachtet hatte und bewusst nicht allzu schnell fuhr, damit dieser hätte überholen können, knallte uns der doch voll ins Heck. Und machte sich danach sofort im Zick-Zack Kurs aus dem Staub – eine wartende Baustellenkolonne noch rechts im Gelände umfahren und weg war er. Hannibal suchte, nachdem wir standen noch die Kamera um den Kerl mit dem Zoom zu erwischen – doch vergeblich. Danach Schadenaufnahme: Wir hatten Glück im Unglück, das Rattern beim Anhalten war bloss ein Plastikteil, welches sich in den Radkasten geschoben hatte und weil der Terios hinten das Reserverad aussen und darunter einen massiven Querträger hat, hat es den Bruchpiloten unter dem Reservereifen durch auf den Querträger abgeleitet und so ist zwar einiges verbogen, uns aber nichts passiert. Also tief durchschnaufen und weiterfahren – und den Spruch mit dem Plan den lassen wir – denn sosehr ja vor dem Strassenverkehr in Russland gewarnt wird – mit solchen Dingen spassen wir nicht! Und waren froh, einen cheesy Car zu haben und nicht z.B. den MG Midget – denn bei dem hätten wir nach der Kollision wohl dem Bruchpiloten gleich im Sitzen einen Ölwechsel machen können, weil der drübergeflogen wäre. Unglaublich da waren wir fast 13’000 Km ohne Probleme durchgefahren und auf dem letzten Prozent knallt’s – hätte nicht sein müssen.
Wir sind später dann doch noch gut in UU angekommen – doch als nächstes Unglück war unser Standardhotel ausgebucht und bei der Alternative war die Reception hinsichtlich Tarif etwas schwerbegriffig und wollte uns erklären, dass sie uns den billigen Booking.com Tarif nicht geben könne, weil das Hotelbuchungsbüro jetzt nicht mehr arbeite. Und überhaupt sei booking.com in Barcelona oder irgendwo und nicht hier – wir haben dann auf Diskussionen verzichtet, das billige Zimmer mittels booking.com einfach erzwungen und mussten dann 1h darauf warten, bis das Zimmer bereit war – nicht schlimm – wir sind ins Churchill und haben den Schock mit einem (ehrlich!!) Wodka weggespült. Glück im Unglück – suboptimal – aber auch noch gut.
