31.07.2015: Altai Gebirge (RUS) – Ulgi

Von irgendwo im Altai Gebirge ging’s weiter – zuerst noch kurz die Aussicht bewundert und unsere Notschlafstelle fotografiert

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dann im Restaurant, welche einmal mehr von einem stummen Russen – einfach mit Lokalkolorit – bewacht wurde gefrühstückt.

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Überhaupt scheinen die Russen ein Faible für Skulpturen zu haben – so auch auf dem Kinderspielplatz, wo sich die Kinder auf einem ganzen Zoo an Steintieren austoben konnten,
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und damit die Eltern sich keine Sorge machen mussten, hatte es mittendrin auch eine steinerne Aufsichtsdame mit strengem Blick.

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Dann ging die Fahrt durch die malerische Berglandschaft weiter – vorbei auch an diversen Denkmälern zum Ende des zweiten Weltkriegs – dieses Kriegsende wird überall in Russland sehr gefeiert und es findensich hunderte von Reklameschildern und sonstigen Hinweistafeln mit patriotischen Aufrufen.

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Dann war auch mal wieder Zeit für die Baustelle of the Day – hier im Hochgebirge mit typische russischen Strassenbaumaschinen, welche mit beeindruckender Präzision bedient werden. Schon spektakulär!

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Genaus so wie die Landschaft und die Himmelschaft – denn unfairerweise wird ja bei den Fotos meist alles andere, nur nicht der Himmel kommentiert – und das obwohl meist ein rechter Bildanteil Himmel ist. Und der Himmel über Russland ist mindestens so spektakulär wie die Landschaft.

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Danach erfolgten dann die letzten Vorbereitungen für die Durchquerung der Mongolei – die Notkanister (alte Wasser-Pet-Flaschen) wurden mit Benzin gefüllt, der Motor kontrolliert und aus dem Flug des Grenzadlers die Richtung gedeutet. Dieser Grenzadler war sich offenbar an Menschen gewöhnt und er zeigte den Wartenden vor dem Zoll allerlei Kunsstücke – am liebsten Sturzflugangriffe auf irgendwelche Abfälle neben den wartenden Autos.

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Endlich – die Grenze und – ein sehr gut bestückter, letzter russischer Supermarkt.

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Hier der Grenzadler, die letzte Toilette in Russland – welche nun tatsächlich auch das Prädikat “letzte” bezeichnet – unbeschreibbar – und hier der Grenzzaun – hinter welchem allerdings noch ca. 10 Km russisches Territorium liegen.

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Der Zollübertritt war wie gewohnt langwierig und wurde noch dadurch verlängert, dass sich zuerst alle Mongolen durchdrängeln mussten – und zwar mit dermassem brachialen Ellbogeneinsatz dass wir daraus nur schliessen können, dass gewisse Lebensformen auf dem Lande noch dem typischen Herdenverhalten entsprechen und das heisst halt, zusammenbleiben und drängeln…

Am Zoll trafen wir auch noch Fernan und Lupe, die schon seit 2 Monaten mit dem Motorrad am rumreisen sind und nun die Reise in der Mongolei beenden wollen. Weil sie jedoch nicht per Töff zurückfahren wollten, hatten dann die Zöllner gar keine Freude und es gab so lange Diskussionen, dass wir dann irgend wann mal weg waren – weil weg waren mit einem Schlag auch all mongolischen Zöllner und Zöllnerinnen – Feierabend. Als wir losrollten war sogar das Einreisetor bereits geschlossen, doch zum guten Glück kam dann doch noch jemand angeschlurft und wir machten uns auf, die mongolische Steppe mit ihren Pisten zu erobern.

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Das war von den ersten Metern an sehr eindrücklich, v.a. auch wegen der vielen Wildtiere.

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Navigationstechnisch haben wir die erste Etappe grad noch gemeistert – allzuviele Optionen gab es nicht – denn in der Mongolei gibt es grundsätzlich kaum Strassen – also fährt man einfach den Spuren nach und die führten uns ins nächste Dorf, Olgi, wo wir bei der Tankstelle sofort von einem Jugendlichen ins Guest-House seiner Eltern abgeschleppt wurden. Aber wir waren einfach zu ko um noch lange rumzusuchen und immerhin wurde uns Internet versprochen, was ja blogtechnisch noch wichtig ist.

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Beim Guest House hatte es sich schon  eine Gruppe russischer Outdoortouristen gemütlich gemacht – perfekt ausgerüstet mit zwei Landcurisers, einem Quad und zwei Materialanhängern und viel Wodka – welchen sie auch benötigten, um ihr Abendessen, eine frisch gemetzgete mongolische Geiss zu vertilgen. Wir wurden sofort eingeladen und sehr herzlich begrüsst – ein lustiges Völkchen! Auch sonst war viel los – die Raubvögel stritten um den besten Sitzplatz

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und wir machten es uns gemütlich – einfach touristisch halt – mit separatem WC-Häuschen = Loch, Dusche aus dem Fass und Wachhund.

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Im Innern des Häuschens war’s ganz ok – wir kriegten für 20 Euro das Elternschlafzimmer – und durften die Altare mit den Wohlstandssymbolen = westliche Markenartikel – bewundern. Sehr passend auch die Schuhauswahl – High Heels in einem Land, in welchem es keine Strassen gibt, sind sicher sehr praktisch…

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Wir kriegten dann noch ein feines Abendessen (Suppe mit Teigtasche – und zum Glück ohne die Reste der Geisse, welche noch draussen rumlagen), updateten den Blog und legten uns dann müde und zufrieden für die erste Nacht auf mongolischem Boden hin. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

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